Projektnummer

30130001

CARD-Wasserversorgungsprojekte

Um sauberes und trinkbares Wasser in Kamerun bereitzustellen, unterstützt das Missionswerk Wasserversorgungsprojekte, die in lokaler Arbeit von CARD (Cameroon Association of Rural Development), einer kamerunischen Gesellschaft zur Förderung der ländlichen Entwicklung, durchgeführt werden.

Damit ein Wasserversorgungsprojekt erfolgreich sein kann, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein - Voraussetzungen im Dorf sowie natürliche, technische und sozio-ökonomische Voraussetzungen. Zu den notwendigen Voraussetzungen im Dorf gehört der Mangel an bestehenden Wasserressourcen: Wasser steht nicht das ganze Jahr in ausreichender Menge zur Verfügung, eine vorhandene Wasserstelle ist zu weit entfernt oder die Wasserqualität ist gesundheitsbedenklich. Die Dorfbewohner erkennen den Wassermangel und den Zusammenhang zwischen Krankheiten und schlechter Wasserqualität als Problem und unternehmen eigene Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Situation. Eine Wasserquelle muss langfristig und ganzjährig zur Verfügung stehen und mit lokalen Techniken erschließbar sein (natürliche Voraussetzung). Die Technologie zur Wassererschließung und Zuleitung muss lokal verfügbar sein, ebenso das "Know-How" der Projektbeteiligten sowie eventuell benötigte Ersatzteile (technische Voraussetzung). Die Wasserversorgung ist Gemeinschaftseigentum; Kosten für Betrieb und Instandhaltung sollten von den Dorfbewohnern übernommen werden (sozio-ökonomische Voraussetzung).

In einer Vorstudie werden die natürlichen und technischen Voraussetzungen vor Ort geprüft, ein Wasserkommittee gegründet und die Motivation der Dorfbewohner zur Eigenleistung getestet. Zeigt diese Vorstudie positive Ergebnisse, wird zügig mit dem Bau der Wasserversorgungs- anlage begonnen: Die Wasserquelle wird erschlossen, Wasserleitungen gelegt, Wasserfilter- anlagen gebaut, etc. Alle Bauarbeiten erfolgen unter Mithilfe der Dorfbewohner. Das Wasser- kommitte organisiert die Helfer und übernimmt die Verantwortung für Material und Werkzeug. Während der Bauphase werden sogenannte "Caretaker" ausgebildet, die künftig die Verantwortung für Wartung und Instandhaltung der Wasserversorgung tragen. Nach Beendigung der Baumaßnahme wird die Wasserversorgungsanlage offiziell in das Eigentum des Dorfes übergeben.

Nachhaltige Wasserversorgung für 30.000 Menschen

Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht. In Kamerun aber haben nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) rund 25 Prozent der Bevölkerung keinen angemessenen Anschluss an eine Trinkwasserversorgung (Stand 2015).

Aus unsauberem Wasser resultieren Krankheiten, die sich besonders gravierend bei den Schwachen – Kindern, alten Menschen – auswirken. Die Kindersterblichkeit in diesem afrikanischen Land beträgt nach BMZ-Angaben 8,8 Prozent.

Die Neuapostolische Kirche ist seit den 1970er-Jahren im Land vertreten; seit 1990 ist die heutige Gebietskirche Süddeutschland zuständig. Über ihr Hilfswerk hat die Gebietskirche Süddeutschland verschiedene Hilfsprojekte in Kamerun realisiert, vorwiegend entsprechend unserem Motto der humanitären Hilfe im Ausland: Brot – Brunnen – Brücken. So wurden verschiedentlich Brunnen- und Infrastrukturprojekte (zum Beispiel eine Brücke über den Mo-River) ausgeführt.

Im bergigen Westen von Kamerun hat das damalige Hilfswerk, das "Missionswerk", schon vor Jahren in 22 Orten Wasserversorgungssysteme bauen lassen. Die Realisierung erfolgte über die „Cameroon Association of Rural Development“ („CARD“), eine im Land ansässige Non-Profit Organisation.

Von 2014 bis 2016 wurden Wasserversorgungssysteme in zusätzlichen neun Orten über „CARD“ fertiggestellt, ebenfalls finanziert aus dem Budget des Missionswerks.

Damit ist für die Bewohner von bisher 31 Orten das Recht auf unbelastetes Trinkwasser umgesetzt und Wirklichkeit geworden – rund 30.000 Menschen haben nun Zugang zu sauberem Wasser.

"Human aktiv" wird auch künftig solche „CARD“-Wasserversorgungsprojekte fördern.