Fotos: NARCO

Hilfe für fast 15.000 Flüchtlinge in der Unterkunft Mantepela in Sambia

Drei Gebietskirchen in Deutschland (die Neuapostolische Kirche Süddeutschland, die Neuapostolische Kirche Westdeutschland und die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland) werden zusammen 186.000 Euro spenden, um notleidenden Menschen in einem Flüchtlingslager in Sambia zu helfen. Die Summe wird mehreren Teilzahlungen ausbezahlt. NACRO (New Apostolic Church Relief Organisation), das Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Sambia, organisiert die Hilfe vor Ort.

Mehr als 80.000 Flüchtlinge leben in dem ostafrikanischen Land Sambia. Die Menschen dort sind überwiegend wegen politischen Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen aus den Nachbarländern geflohen. In Sambia gibt es drei große Flüchtlingslager. Mantepela ist das jüngste der drei Lager. Es liegt im Norden des Landes und beherbergt fast 15.000 Flüchtlinge, die aus der Demokratischen Republik Kongo fliehen mussten.

Die Hilfsorganisation NACRO verbessert derzeit die Trinkwasserversorgung und den Ausbau der sanitären Anlagen in Mantepela. Damit sollen unter anderem Magen-Darm-Krankheiten, die für Kinder oftmals lebensbedrohlich sind, vermieden werden.

Der Bezirksapostel der Neuapostolischen Kirche Sambia, Kabuba Soka, gibt in einem Bericht Einblick in die Situation der Flüchtlinge und ihr Leben in Mantepela:

„Das Leben als Flüchtling ist alles andere als einfach. Viele sind traumatisiert. Die Menschen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um woanders Asyl zu finden. Sie sind oft überstürzt aus ihren Häusern geflohen und haben sich auf eine Reise mit vielen Unsicherheiten begeben. Familien wurden auseinandergerissen, weil nicht alle die Strapazen einer Flucht auf sich nehmen konnten. Alte Menschen, Frauen und Kinder sind weite Strecken zu Fuß gegangen. Viele sind unterwegs gestorben, weil sie erkrankten, verhungerten oder nicht genügend Wasser gefunden haben.

Etliche Frauen sind geflohen, wenige Tage oder Wochen nach der Geburt eines Kindes. So auch Kaimba Kazi, eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo, die nun im Flüchtlingslager Mantapela lebt. Zwei Wochen, nachdem sie Drillingen das Leben geschenkt hat, floh sie nach Sambia.

Kaimba Kazi erzählt: „Mein Mann hat mich verlassen, als er gehört hat, dass ich schwanger bin. Inzwischen hat er eine andere Frau geheiratet. Als die Rebellen mein Dorf Moba im Bezirk Pweto in der Demokratischen Republik Kongo angegriffen haben, floh ich mit meinen beiden älteren Kindern. Dabei war ich hochschwanger. Am 2. September 2017 wurden dann meine Drillinge im Bezirkskrankenhaus von Pweto geboren. Als die Kämpfe Pweto erreichten, waren meine Drillinge gerade zwei Wochen alt. Doch ich konnte nicht in Pweto bleiben. Ich floh über die Grenze nach Sambia und erreichte schließlich das Durchgangslager in Kenani. Meine Drillinge und meine beiden älteren Kinder habe ich irgendwie mitgeschleppt.“

Kaimbas Weg nach Sambia war voller Schwierigkeiten. Sie musste um ihr Leben und das der Kinder kämpfen, und dabei hatte sie sich noch gar nicht richtig von der Geburt der Drillinge erholt. Und sie hatte niemanden an ihrer Seite, der ihr helfen konnte, ihre Drillinge zu tragen. „Ich hatte große Angst um meine Kinder. Sie hatten keine Kleidung, die sie vor den intensiven Sonnenstrahlen schützte, und ich hatte nicht genug Milch für meine Kinder“, berichtet Kaimba.

Nun lebt sie schon mehr als ein Jahr unter nicht einfachen Bedingungen im Flüchtlingslager. Doch ihre Kinder sind gesund und können ärztlich versorgt werden. Ältere Kinder können auf dem Gelände des Lagers auch zur Schule gehen. Das Bildungsministerium von Sambia hat es ermöglicht, dass die Schüler dort auch qualifizierte Schulabschlüsse ablegen können. Das erhöht ihre Chancen, später einmal selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

Die Bewohner des Flüchtlingslagers sind sehr religiös. Verschiedene christliche Kirchen und andere Religionen versammeln sich dort zum Gebet. Die Neuapostolische Kirche hat in dem Lager eine ganz einfache Versammlungsstätte errichtet, wo regelmäßig Gottesdienste stattfinden.“