Bisherige Förderschwerpunkte

2017: Unterstützung von gemeinnützigen ambulanten Pflegediensten

2016: Hilfe für Kinder psychisch erkrankter Eltern

2015: Flüchtlingshilfe, Berufsvorbereitung von Jugendlichen mit Lernbehinderungen

2013 und 2014: Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Lernbehinderungen

2012: Fördervereine an Förderschulen

2011: Hilfe bei Demenz

2010ff: Essensangebot für Bedürftige

2009: WEISSER RING – Hilfe für Kriminalitätsopfer

2008: Telefonseelsorge

2007: Einrichtungen für misshandelte Frauen und Kinder

2006: Alleinerziehende Mütter und Väter - Tageseltern

2005: Alleinerziehende Mütter und Väter  - Tageseltern

2004: Offene Jugendarbeit

2003: Integration psychisch kranker Menschen

2002: Familienunterstützende Maßnahmen - Adoptionshilfe

2001: Freiwilligenjahr

2000: Hilfe für körperlich, geistig und seelisch Behinderte

1999: Seniorenhilfe - Suchtprophylaxe

1998: Weihnachtsaktionen der Tageszeitungen        

Förderschwerpunkt im Jahr 2018: Hilfe für Kinder suchtkranker Eltern

Suchterkrankungen betreffen nicht nur den Erkrankten selbst, sondern das gesamte Familiensystem. Insbesondere Kinder suchtkranker Eltern sind in ihrer persönlichen Entwicklung beeinträchtigt oder gefährdet. In Deutschland wird von ca. 2,6 Millionen Kindern und Jugendlichen ausgegangen, die von der Alkoholabhängigkeit eines Elternteils betroffen sind (vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. 2018).

Häufig erleben die betroffenen Kinder und Jugendlichen den ständigen Stimmungswechsel des suchtkranken Elternteils, Streit in der Familie, die Trennung der Eltern sowie psychische und körperliche Gewalt. Die unberechenbare familiäre Situation verunsichert sie stark, was durch die Tabuisierung der Suchtproblematik innerhalb der Familie noch verstärkt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass betroffene Kinder ein erhöhtes Risiko aufweisen, selbst an einer Sucht oder einer psychischen Störung zu erkranken.

Daher werden in der Suchtkrankenhilfe auch vermehrt Kinder suchtkranker Eltern in den Fokus der Arbeit genommen. Hauptberuflich und ehrenamtlich Tätige engagieren sich in verschiedenen Hilfsangeboten. Zunehmende finanzielle Kürzungen in diesem Bereich erschweren die Arbeit jedoch erheblich.

In Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg fördert „human aktiv“ in diesem Jahr schwerpunktmäßig Projekte für Kinder suchtkranker Eltern in Baden-Württemberg und Bayern.

Dieses Hilfsangebot ergänzt die Arbeit der ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland.


(Bild oben: © JPagetRFphotos - fotolia.com)

Förderung von Projekten für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Die Projekte, die innerhalb unseres Jahresförderschwerpunkts 2018 – Hilfe für Kinder suchtkranker Eltern – gefördert werden, stehen fest. In Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Suchtfragen wurden alle eingegangenen Projektanträge begutachtet und 16 Projekte ausgewählt. Sie werden nun mit Beträgen zwischen 750 Euro und 6.000 Euro unterstützt. Insgesamt stellt "human aktiv" damit Fördermittel in Höhe von rund 79.000 Euro zur Verfügung.

Eine Übersicht über die geförderten Projekte erhalten Sie hier:

Kinder- und Jugendwerkstatt EIGEN-SINN gGmbH Freudenstadt, Soziale Gruppenarbeit "Seifenblasen": 6.000 Euro
In der Gruppe "Seifenblasen" treffen sich einmal wöchentlich acht Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 11 Jahren. Neben der Auseinandersetzung mit konsumbezogenen Themen – in Bezug auf die Eltern und die Auswirkungen auf die Kinder – geht es um die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder, die Steigerung des Selbstwertgefühls sowie das Einüben psychosozialer Handlungskompetenzen.

Suchtberatung/Caritasverband Mannheim e.V., Projekt "Kisiko – Kinder sind kompetent": 5.000 Euro
Das Unterstützungsangebot richtet sich an insgesamt 30 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 14 Jahren aus Suchtfamilien. Neben wöchentlichen Treffen in altersspezifischen Gruppen finden freizeitergänzende Angebote statt, mit dem Ziel den Kindern und Jugendlichen eine unbeschwerte Zeit zu ermöglichen und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen.

Diakonische Suchthilfe Mittelbaden, Fahrdienste Kindergruppen: 6.000 Euro
Für Kinder aus suchtbelasteten Familien im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bietet die diakonische Suchthilfe Mittelbaden Unterstützung in sogenannten Kindergruppen, die einmal wöchentlich stattfinden und von insgesamt 18 Kindern besucht werden. Um eine regelmäßige und zuverlässige Teilnahme zu ermöglichen, werden die Kinder von zuhause abgeholt und auch wieder nach Hause gebracht.

Reit- und Fahrverein Durmersheim, Hallenmiete Reittherapie: 5.220 Euro
Drei Kindergruppen mit insgesamt 18 Kindern aus suchtbelasteten Familien erhalten einmal wöchentlich Reittherapie. Neben der Besprechung aktueller Probleme werden so Entspannungstechniken auf dem Pferderücken vermittelt sowie die Überwindung von Ängsten und das Zulassen von Nähe-Erfahrungen ermöglicht.

Caritasverband Hochrhein e.V., Projekt "Baumhaus": 6.000 Euro
Das Projekt "Baumhaus" hilft Kindern und Jugendlichen psychisch und suchterkrankter Eltern, die Erkrankung ihrer Eltern zu verstehen und die damit verbundene Lebenssituation besser bewältigen zu können. Neben Gruppenangeboten mit Ausflügen werden Einzelgespräche sowie begleitende Familiengespräche angeboten. Gleichzeitig bietet das Projekt den Eltern individuelle Beratung und Unterstützung an. Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren im Kreisgebiet Waldshut.

Suchtberatungsstelle Sigmaringen, Kinder- und Jugendgruppe "SKIPP": 5.000 Euro
Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahre treffen sich wöchentlich zum Austausch, zur Psychoedukation und zu gemeinsamen Unternehmungen -  mit dem Ziel, der Isolation sowie Scham- und Schuldgefühlen der Kinder entgegenzuwirken, Selbstwirksamkeit erlebbar zu machen sowie positive soziale Erfahrungen zu ermöglichen.

Caritas Heilbronn-Hohenlohe, Projekt "Krümelkiste": 6.000 Euro

Das Projekt "Krümelkiste" ist ein Gruppenangebot für Kinder von 6 bis 12 Jahren aus suchtbelasteten Familien im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Durch den regelmäßigen Kontakt untereinander - in Form einer wöchentlich stattfindenden Gruppenarbeit - soll den Kindern eine Atmosphäre von Verlässlichkeit, Vertrauen, Offenheit und Sicherheit geboten werden.

MAKS Freiburg, Spiel und Spaß für Kinder suchtkranker Eltern: 6.000 Euro
Das Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken (MAKS) bietet sowohl Gruppenangebote als auch Freizeitaktivitäten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus suchtbelasteten Familien an. Durch Freizeitangebote soll den betroffenen Kindern, die in ihrem Alltag vielen Belastungen ausgesetzt sind, "Spiel und Spaß" ermöglicht werden.

Caritasverband Stuttgart e.V. Pro Kids, Spielplatzbau: 6.000 Euro
Pro Kids bietet präventive Gruppenarbeit für Kinder und Jugendliche, freizeit- und erlebnispädagogische Angebote sowie begleitende Elternarbeit und Familienseminare. In Kooperation mit dem Verein KuKuK Kultur e.V. werden Jugendliche der Pro-Kids-Gruppe im Alter zwischen 13 und 17 Jahren innerhalb einer Woche einen Spielplatz für Kinder in Entwicklungsländern errichten. Dabei werden sie von professionellen Mitarbeitern unterstützt. Während der viermonatigen Vorbereitungszeit erhalten die Jugendlichen Einblick in das Leben der Kinder in Entwicklungsländern, aber auch in organisatorische Vorgänge.

Jugend- und Drogenberatungsstelle Kehl/Offenburg, Erlebnisbauernhof: 3.000 Euro
Für Kinder des Hilfsangebots "Trampolin" im Alter zwischen 8 und 12 Jahren soll - ergänzend zu den bestehenden geschlossenen Gruppentreffen - ein offenes Freizeitangebot gemacht werden. Regelmäßige Veranstaltungen auf einem Erlebnisbauernhof sollen den Kindern abwechslungsreiche Tage außerhalb ihres suchtbelasteten Alltags ermöglichen, an denen sie lehrreiche Erfahrungen sammeln können.

Fachstelle Sucht Singen, "Aufwind": 6.000 Euro
Die Gruppe "Aufwind" ist ein Angebot für Kinder zwischen 8 und 15 Jahren aus dem Hegau, bei denen ein oder beide Elternteile an einer Suchterkrankung leiden. Dort treffen sich die Kinder einmal wöchentlich über zwei Stunden, um gemeinsam über das Thema "Sucht" zu sprechen, zusammen zu spielen und große und kleine Abenteuer zu erleben. Dabei werden in einem kinderfreundlichen Rahmen, die Sorgen und Ängste der Kinder thematisiert.

Arbeitskreis Rauschmittel e.V./Diakonie Lörrach, "KiSEL-Leuchtturm": 6.000 Euro
Im Landkreis Lörrach bieten die Diakonie Lörrach und der Arbeitskreis Rauschmittel e.V. spezifische Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern und Kinder aus suchtbelasteten Familien an. "KiSEL-Leuchtturm" ist ein sozialpädagogisches Gruppenangebot für betroffene Kinder im ländlichen Raum.

Fachstelle Sucht Rastatt-Baden-Baden, Kindergruppe "Schwalbennest": 4.000 Euro
Die Kindergruppe "Schwalbennest" ist eine Fördergruppe für Kinder suchtkranker Eltern im Alter von 6 bis 15 Jahren. Neben der regelmäßig stattfindenden Gruppenarbeit werden gemeinsame Unternehmungen, zum Teil auch mit den Eltern, angeboten.

Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V., Projekt "Kiasu": 5.000 Euro
Das seit 2010 bestehende Projekt "Kiasu" für Kinder aus suchtbelasteten Familien beinhaltet regelmäßige Gruppentermine und Einzelgespräche für Kinder suchtkranker Eltern. Dieses Angebot soll ergänzt werden durch Einzelbegleitungen im Rahmen von tiergestützter Therapie und erlebnispädagogischen Maßnahmen, durch den Aufbau einer Elterngruppe sowie durch Eltern-Kind-Angebote.

Jugend- und Drogenberatungsstelle Reutlingen, Ferienangebot für suchtkranke Eltern und Kinder: 750 Euro
Die Jugend- und Drogenberatungsstelle Reutlingen möchte in den Sommerferien über vier Tage Unternehmungen für suchtkranke Eltern und deren Kinder anbieten.

Suchtberatung Ettlingen, Reittherapie: 3.000 Euro
Für Kinder der Kindergruppe "KibUS" der Suchtberatung Ettlingen soll im Sommer 2018 eine Reittherapie angeboten werden.