Projektnummer

30000010

Schulgesundheitsprojekt in Guinea

Die medizinische Versorgung der Menschen im westafrikanischen Land Guinea muss insgesamt als „miserabel“ bezeichnet werden. In den bestehenden Krankenhäusern und Gesundheitsstationen mangelt es an notwendiger Basisausstattung, z.B. an Medikamenten. Vorhandene Ausstattung kann aufgrund von Misswirtschaft und mangelnder Logistik oft nicht in die bedürftigen Regionen gebracht werden. Gesundheitswissen und ein Verständnis für Hygiene sind unter der Bevölkerung kaum vorhanden.
Die Folge: eine hohe Rate an Infektionserkrankungen. Auch die Mangelernährung der Kinder sowie die schlechten Wohn- und Sanitärverhältnisse begünstigen die Verbreitung von Krankheiten wie Malaria, Cholera, Durchfall, den Befall von Darmparasiten (z.B. Wurminfektionen) sowie Infektionen der Atemwege. Im schlimmsten Fall verlaufen diese Krankheiten tödlich.

Um dem entgegenzuwirken, führt "human aktiv" in Kooperation mit der Hilfsorganisation „Hammer Forum“ ein Schulgesundheitsprojekt im Süden Guineas, in unmittelbarer Nähe zu Liberia und Sierra Leone, durch. Ziel des Projekts ist die nachhaltige Gesundheit von 20.000 Schulkindern im Alter von sechs bis 15 Jahren. Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und beinhaltet folgende Aktivitäten:

Bau und Instandsetzung von Wasserbrunnen (2011-2013)

Unsauberes Trinkwasser ist die häufigste Ursache für die Verbreitung von Infektionskrankheiten. Um den Schulkindern den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten, wurden Wasserbrunnen an Schulen gebaut bzw. instand gesetzt. Finanziert wurden diese Maßnahmen durch das Missionswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland e.V., dem Vorläufer von "human aktiv".

Gesundheitsunterricht

Jede der beteiligten Schulklassen erhält an zwei Tagen pro Schuljahr Gesundheitsunterricht durch eigens angelernte Gesundheitsmitarbeiter (Krankenschwestern und -pfleger).
Im Gesundheitsunterricht erhalten die Schulkinder Informationen zu den wesentlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Malaria und Wurminfektionen sowie zur Vermeidung solcher Krankheiten. Auch Themen wie der Umgang mit Hygiene, Familienplanung, HIV/AIDS sowie Wasser und sanitäres Umfeld sind Teil des Gesundheitsunterrichts.

Regelmäßige Untersuchung der Schulkinder und Behandlung bei Bedarf

Rund 20.000 Schulkinder in Guéckédou werden mindestens einmal pro Jahr von einem mobilen medizinischen Team (Krankenschwestern und Assistenten) untersucht und bei Bedarf behandelt. Im Falle einer schweren Erkrankung der Kinder erfolgt eine kostenlose Behandlung im Gesundheitszentrum Madima des Hammer Forums.

 
 

Bewusstseinsbildung und Förderung von Hygieneverhalten (seit 2013)

Die Schulkinder sollen - im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe - aktiv an der Gestaltung einer förderlichen Schulumgebung ohne vermeidbare gesundheitliche Risiken mitwirken können. In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsarbeitern und Elternvertretern werden Schülerkomitees gegründet, Gesundheitsrisiken auf dem Schulgelände identifiziert und beseitigt. Dazu gehören z.B. Reparaturen von defekten Toilettenanlagen, die Erstellung von Reinigungs- und Wartungsplänen für Toiletten und Brunnen sowie die Sammlung, Entsorgung und Vermeidung von Müll. Ebenso werden verschiedene Kampagnen zur Bewusstseinsstärkung und Verhaltensänderung organisiert und durchgeführt.

 
 

Seit 2011 wurde das Projekt jährlich mit rund 80.000 Euro (in 2011 und 2012) und rund 50.000 Euro (in 2013 und 2014) gefördert.

Einen Einblick in den Ablauf des Projekts erhalten Sie hier (exemplarische Darstellung der Projektphasen von November 2010 bis Dezember 2012).