Projektnummer

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Schulprojekte in Äthiopien

Äthiopien zählt mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 350 USD zu den ärmsten Ländern der Welt. Rund 30 % der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Kinderarbeit gehört dort zum Alltag. Man nimmt an, dass über 50% der Kinder unter 14 Jahren arbeiten müssen - zum Beispiel als Schuhputzer, Viehjungen, Obstverkäufer, Dienstmädchen - um mit den Einnahmen ihre Familie zu unterstützen oder um ihr eigenes Überleben zu sichern. Teils sind sie erst fünf Jahre alt.

Über 100.000 Kinder in Äthiopien leben nach einer Schätzung von UNICEF auf der Straße. Diese "Straßenkinder" sind auf sich alleine gestellt und leben in Angst vor Gewalt, Missbrauch und Krankheiten. Viele von ihnen sind "AIDS-Waisen", andere kommen aus armen ländlichen Gegenden und hoffen, in den Städten eine bessere Zukunft zu finden.

Chance für Kinder: Schulen in Zebetah und Tefki

Bildung ist für die Kinder oft die einzige Chance auf ein besseres Leben. Daher unterstützt "human aktiv" Schulen in der Umgebung der äthiopischen Landeshauptstadt Addis Abeba.

Dank zahlreicher Spenden konnten durch das damalige Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, das Missionswerk, 2005 in Zebetah und 2008 in Tefki Schulen errichtet werden, die von der Hilfsorganisation "Selam Hiwot Integrated Children and Community Support Organization" (SHICCSO) geleitet und von 771 Kindern (Stand: März 2014) besucht werden - überwiegend von AIDS-Waisen und Straßenkindern.

Die Baukosten wurden vollständig vom Missionswerk übernommen. Für den Unterhalt und Betrieb der Schulen stellt "human aktiv" jährlich ein Budget zur Verfügung, aus dem die Kosten für Lehrmittel, Lehrergehälter, usw. bezahlt werden.

 

Ein Schultag in Zebetah

Shitaye Asefa und Tarikua Eshetu besuchen die Selam Hiwot School in Zebetah. Shitaye ist Lehrerin und unterrichtet dort seit über sechs Jahren Amharisch, eine äthiosemitische Sprache und die bedeutendste Verkehrssprache Äthiopiens. Tarikua ist Schülerin der fünften Klasse und wird in diesem Jahr ihre Abschlussprüfung in Zebetah machen.

Sowohl Shitaye als auch Tarikua stehen an Schultagen morgens um 6.00 Uhr auf. Beide wohnen nur wenige Kilometer von der Schule entfernt und kommen per Taxi bzw. zu Fuß dorthin.

Der Unterricht von Tarikua findet von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und dann wieder von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr statt. In der Mittagspause wird gegessen und Tarikua hat anschließend noch etwas Zeit, mit ihren Freundinnen auf dem Schulgelände zu spielen. Nach der Schule geht sie nach Hause, macht ihre Hausaufgaben und hilft ihrer Mutter bei der Hausarbeit. Später möchte Tarikua einmal studieren und Ärztin werden.

Sobald Shitaye in der Schule ankommt, schaut sie über ihren Wochen-Unterrichtsplan und bereitet die Unterrichtsmaterialien vor. Unterricht in Äthiopien besteht aus Vorträgen, Gruppendiskussionen, Arbeitsaufträgen, Präsentationen der Arbeitsergebnisse sowie praktischen Arbeiten. Wie auch in Deutschland, findet in Äthiopien der Unterricht von montags bis freitags statt; eine Schulstunde dauert 40-45 Minuten. Eine Schulklasse besteht aus durchschnittlich 65 Schülerinnen und Schülern.

Auf die Frage nach den schönsten und den schlechtesten Erfahrungen, die Shitaye mit ihren Schülern gemacht hat, antwortet die 25-jährige Lehrerin: „Ich konnte Schüler unterstützen, erfolgreich und engagiert zu sein sowie Ausdauer zu beweisen. Weniger schön ist es, wenn Schüler krank werden oder wenn sie streiten. Einige von ihnen haben dann Schwierigkeiten, ihre Probleme auszudrücken, die sie belasten.“